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SchilddrSenunterfunktion Schwangerschaft Ab Wann GefHrlich?

SchilddrSenunterfunktion Schwangerschaft Ab Wann GefHrlich
Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft – DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin – DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin Wenn in der Schwangerschaft eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) vorliegt, soll diese behandelt werden, um Schäden für das Ungeborene und die Schwangere zu vermeiden.

  1. Die Therapie ist einfach und sehr wirksam.
  2. Zuletzt bearbeitet: 12.
  3. Juli 2023 Zuletzt revidiert: 12.
  4. Juli 2023 Die Diagnose bedeutet, dass die Funktion der Schilddrüse herabgesetzt ist.
  5. Die Schilddrüse (Thyreoidea) produziert dann zu wenige Hormone, dies führt zu einer Abnahme der Stoffwechselaktivität mit verschiedenen Symptomen.

Diese Erkrankung kann Frauen betreffen, die bereits vor der Schwangerschaft erkrankt waren und entsprechend behandelt wurden. Es kann aber auch in der Schwangerschaft erstmalig eine Hypothyreose auftreten. Eine Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, daher sollte sie möglichst frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

  • trockene Haut
  • brüchiges Haar
  • dünne, spröde Nägel
  • Verstopfung
  • leichte Gewichtszunahme
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Menstruationsstörungen

Ältere Menschen zeigen häufig weniger Symptome als jüngere. Einige Patient*innen sind völlig beschwerdefrei. Während einer normalen Schwangerschaft kommt es zu einer Reihe von Veränderungen im Körper, die den Stoffwechsel belasten. Die fetale Schilddrüse beginnt Ende des 3.

Schwangerschaftsmonats eigenständig zu arbeiten und ist erst zwischen der 18.–20. Schwangerschaftswoche voll funktionsfähig. Bis dahin ist der Fötus auf die Schilddrüsenhormone der Mutter angewiesen. Frauen, die bereits eine Schilddrüsenunterfunktion () haben, wenn sie schwanger werden, fehlen die notwendigen Reservekapazitäten.

Daher erhöht sich bei ihnen der Bedarf an Schilddrüsenhormonen im Verhältnis zu der Zeit vor der Schwangerschaft. Zu beachten ist auch der vermehrte Bedarf an Jod über die Ernährung, da auch das Ungeborene das für die Schilddrüsenhormone notwendige Jod benötigt.

  • Die Bestimmung der Hormone TSH und Thyroxin (FT4) im Blut wird nur bei Schwangeren mit einem erhöhten Risiko für eine Hypothyreose empfohlen (z.B. bei vorausgegangener Schilddrüsenerkrankung, Autoimmunerkrankungen oder erblicher Veranlagung).
  • Eine besteht, wenn TSH erhöht und FT4 erniedrigt ist.
  • Bei einer ist der TSH-Wert leicht erhöht, der Thyroxin-Spiegel liegt aber im Normbereich.
  • Wenn der TSH-Wert erhöht ist, können zusätzlich TPO-Antikörper bestimmt werden, die auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse hinweisen.
  • Eine soll auch in der Schwangerschaft immer mit Levothyroxin in Tablettenform behandelt werden. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die erforderliche Dosis höher als vor der Schwangerschaft ist.
  • Die Aufnahme von Levothyroxin wird durch andere Medikamente und bestimmte Lebensmittel beeinflusst. Daher wird empfohlen, Levothyroxin in einem zeitlichen Abstand von mindestens 30 Minuten einzunehmen.
  • Bei Schwangeren mit Schilddrüsenunterfunktion werden in der Regel alle 4–8 Wochen mit einer Blutuntersuchung die Schilddrüsenwerte kontrolliert. Zu beachten ist, dass der TSH-Wert in der Schwangerschaft niedriger ist als sonst.
  • Die Dosis an Levothyroxin wird je nach dem Ergebnis der Blutuntersuchungen angepasst. Bei vielen Schwangeren muss die Dosis nach und nach auf einen Wert gesteigert werden, der bis zu 50 % über dem vor der Schwangerschaft liegt.
  • Nach der Entbindung wird die Thyroxindosis auf das Niveau vor der Schwangerschaft reduziert und 4–6 Wochen später sollten die Schilddrüsenwerte (TSH, FT4) kontrolliert werden.
  • In bestimmten Fällen wird auch eine mit Levothyroxin behandelt. Bei Schwangeren wird eine Behandlung ab einem TSH-Wert über 10 mU/l empfohlen.
  • Schwangeren wird in Deutschland die tägliche Einnahme von 100–150 µg Jod empfohlen. Wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.
  • Zudem sollten Sie ausreichend Jod über die Nahrung aufnehmen, z.B. über Milchprodukte, Seefisch und Jodsalz.

Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft nicht behandelt wird, besteht eine hohe Gefahr für körperliche und geistige Beeinträchtigungen des Kindes und für Schwangerschaftskomplikationen. Infolge erhöht sich das Risiko für eine oder Frühgeburt sowie ein zu geringes Geburtsgewicht.

Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel, Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis. AWMF-Leitlinie Nr.053-046. S2k, Stand 2023.
  2. Embryotox Charité Berlin. Hypothyreose. Letzter Zugriff 12.06.2023.
  3. Brabant G. Erkrankungen der Schilddrüse. Harrisons Innere Medizin.19. Auflage 2016 Thieme-Verlag S.2816ff.
  4. Hubert M. Kein generelles TSH-Screening bei Schwangeren. gynäkologie + geburtshilfe 2019; 24: 58.
  5. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Diagnostik und Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten. AWMF-Leitlinie Nr.015-050. Stand 2022.
  6. Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin. Schilddrüsenszintigraphie mit Tc-99m Pertechnetat und I-123 Natriumiodid. AWMF-Leitlinie Nr.031–011. S1, Stand 2022.
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft. Presseinformation vom 22.09.20. Letzter Zugriff 18.01.2021.
  8. Lazarus J, Brown RS, Daumerie C et al.2014 European Thyroid Association Guidelines for the Management of Subclinical Hypothyroidism in Pregnancy and in Children. Eur Thyroid J 2014; 3: 76-94. pmid:25114871

: Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft – DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin – DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin

Wann Fehlgeburt bei Schilddrüsenunterfunktion?

Erhöhtes Fehlgeburt-Risiko auch bei leichter Schilddrüsenunterfunktion Teilen: 23.06.2010 11:39 Regenstauf – Eine aktuelle Veröffentlichung zeigt, dass bereits eine symptomlose, „subklinische” Unterfunktion der Schilddrüse eine Fehlgeburt auslösen kann. Durch eine Hormonbestimmung wird das Risiko frühzeitig erkannt und kann behandelt werden.

TSH, das thyreotrope Hormon, sollte schon vor Beginn einer Schwangerschaft im Blut gemessen werden, empfiehlt Professor Dr. Helmut Schatz, Bochum, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Schwangere mit einer bekannten Unterfunktion der Schilddrüse, einer sogenannten Hypothyreose, werden mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) behandelt.

Auch Frauen, die an einer Thyreoiditis, einer Schilddrüsenentzündung erkrankt sind und Antikörper gegen die körpereigenen Hormone entwickelt haben, erhalten T4-Tabletten. Bei der Mehrzahl aller Schwangeren ist ein solcher Hormonmangel jedoch nicht bekannt.

Sie sind völlig beschwerdefrei und es ist kein Kropf sichtbar. Die Diagnose ist dann nur durch eine Blutuntersuchung möglich. Man bestimmt die Konzentration von TSH, einem Hormon aus der Hirnanhangdrüse, das die Schilddrüse steuert. Auch bei einer leichten Unterfunktion der Schilddrüse ist TSH im Blut schon erhöht.

Bis vor einigen Jahren galten für Schwangere TSH-Werte bis zu 4 – 5 mU/l als normal, insbesondere wenn keine Schilddrüsenantikörper bekannt waren. Vor drei Jahren wurde dieser obere Grenzwert von einigen Fachgesellschaften für schwangere Patientinnen, die schon unter einer T4-Behandllung standen, auf 2.5 mU/l herabgesetzt.

  1. Eine neue Untersuchung aus Italien zeigt jetzt an schilddrüsengesunden Frauen, die kein Schilddrüsenhormon einnahmen und auch keine Schilddrüsenantikörper aufwiesen, dass bereits bei TSH-Werten über 2,5 mU/l in der Frühschwangerschaft Schädigungen des Kindes auftreten können.
  2. Fehlgeburten im ersten Schwangerschaftsdrittel sind in der Studie bei TSH-Werten zwischen 2.5 und 5 mU/l mit 6,1 Prozent gegenüber 3,6 Prozent fast doppelt so häufig wie bei Frauen mit einem TSH-Wert unter 2,5 mU/l.

Noch ist unklar, ob ein generelles Screening aller Schwangeren die Zahl der Frühgeburten senken kann. Bei jedem, auch nur geringem Verdacht auf eine Unterfunktion sollte jedoch möglichst schon zu Schwangerschaftsbeginn, besser vor der Schwangerschaft der TSH-Wert bestimmt werden.

Ein erhöhtes Risiko besteht bei Schwangeren, die zu einem früheren Zeitpunkt an der Schilddrüse erkrankt waren oder eine Strahlentherapie im Halsbereich erhalten haben. Auch Verwandte mit Schilddrüsenerkrankungen sind ein Hinweis. Schon eine geringe Vergrößerung der Schilddrüsenregion am Hals sollte ebenfalls Anlass zu einem Test sein.

Blutarmut und erhöhte Cholesterinwerte können neben den klassischen Symptomen wie Müdigkeit, Kältegefühl oder Antriebslosigkeit Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Auch Frauen mit Typ-1-Diabetes mellitus oder anderen Autoimmunerkrankungen wie Nebennierenschwäche, aber auch Rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Multipler Sklerose sollen die Schilddrüse checken lassen.

Manchmal ist auch ein längere Zeit unerfüllt gebliebener Kinderwunsch ein Zeichen für eine latente Unterfunktion der Schilddrüse. Die DGE rät im Zweifelsfall immer zu einem Test, da eine übersehene Schilddrüsenunterfunktion der Mutter auch die geistige Entwicklung des Kindes behindern kann. Quelle: Negro R, Schwartz A, Gismondi R, Tinelli A, Mangieri T, Stagnaro-Green A.

Increased Pregnancy Loss Rate in Thyroid Antibody Negative Women with TSH Levels between 2.5 and 5.0 in the First Trimester of Pregnancy. J Clin Endocrinol Metab.2010 (in print) Kontakt für Journalisten: Beate Schweizer Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167 [email protected]

Wie hoch darf der Schilddrüsenwert in der Schwangerschaft sein?

TSH-Normbereich in der Schwangerschaft – Bedingt durch die stimulierende Wirkung des hCG auf den TSH-Rezeptor kommt es während der Schwangerschaft zu einer physiologischen Erniedrigung des TSH-Spiegels. Hintergrund ist die Tatsache, dass die alpha-Kette des hCG-Moleküls mit derjenigen von TSH identisch ist.

Wann muss L Thyroxin in der Schwangerschaft erhöht werden?

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie – Levothyroxin ist Mittel der Wahl zur Behandlung einer Hypothyreose in der Schwangerschaft. Die Stoffwechsellage sollte idealerweise schon vor der Schwangerschaft geprüft und optimiert werden.

In der Regel steigt der Thyroxinbedarf in der Schwangerschaft, so dass häufig eine Dosissteigerung notwendig wird. Nach Feststellung der Schwangerschaft soll frühzeitig der TSH-Wert bestimmt und die Thyroxindosis angepasst werden. Eine Kontrolle wird alle 4-8 Wochen sowie 4 Wochen nach einer Dosisanpassung empfohlen.

Thyroxin sollte nicht zusammen mit Thyreostatika gegeben werden, da hierdurch eine erhöhte Thyreostatikadosis notwendig ist.

Was passiert bei Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft?

Schwangerschaft bei Schilddrüsenunterfunktion – Eine Unterfunktion ( Hypothyreose ) der Schilddrüse kann während einer Schwangerschaft neu auftreten oder bereits behandelt sein. Eine Hypothyreose kann zu schweren geistigen und körperlichen Schäden des Fötus führen (Kretinismus).

Häufig steckt eine Autoimmunthyreoiditis des Typen Hashimoto dahinter. Im Blut können dann typische Antikörper nachgewiesen werden. Bei dieser Erkrankung können auch vermehrt Schwangerschaftskomplikationen wie Fehl- oder Frühgeburten auftreten. Unabhängig von der Ursache wird die Schilddrüsenunterfunktion der Mutter mit Schilddrüsenhormon-Tabletten (L-Thyroxin) behandelt.

Die Schilddrüsenhormondosis wird im Verlauf der Schwangerschaft an den steigenden Bedarf angepasst und nach der Geburt entsprechend reduziert. Schilddrüsenhormone können von der Mutter ohne Bedenken eingenommen werden, da sie – richtig dosiert – keine Nebenwirkungen erzeugen.

Welcher TSH Wert in Schwangerschaft gefährlich?

TSH-Wert der Frau: Ab wann besteht eine Hypothyreose? – TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon und wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Es ist das erste übergeordnete Steuerhormon der Schilddrüse. Wenn die Spiegel der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und das Vorläuferhormon T4 (Tetrajodthyronin, Thyroxin) zu niedrig sind, wird TSH vermehrt ausgeschüttet. Kontrolliert wird dieser Regelkreis durch das TRH (Thyreotropin Releasing Hormone), das im übergeordneten Hypothalamus produziert wird. Das ausgeschüttete TSH führt dann zu einer vermehrten Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Um festzustellen, ob die Schilddrüse normal arbeitet, wird zunächst der TSH-Wert im Blut gemessen. Dieser verändert sich im Laufe des Lebens. Entsprechend gibt es einen Normalbereich für die TSH-Konzentration im Blut, der anzeigt, ob die Schilddrüse normal funktioniert oder ob eine Über- bzw. Unterfunktion vorliegt. Bei Erwachsenen sind die Normwerte: 0,27 – 4,2 µlU/ml. In der Schwangerschaft wird allerdings ein TSH < 2,5 µlU/ml empfohlen. Auch bei Kinderwunsch wird ein TSH-Wert < 2,5 µlU/ml angestrebt. Bei einem Kinderwunsch ist zudem die Analyse der Schilddrüsenantikörper wichtig. Die wichtigsten Antikörper sind: → MAK (mikrosomale Antikörper) oder auch häufiger: TPO-Antikörper genannt, TRAK → TAK (Thyreoglobulin-Antikörper) → TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) Hierbei ist die Bestimmung der TPO-Antikörper bei jungen Frauen mit Kinderwunsch am relevantesten. Die TPO-Antikörper sind hauptsächlich bei der vergleichsweise häufigen Hashimoto-Thyreoiditis erhöht.5 % der Bevölkerung haben eine Hashimoto Thyreoiditis, hierbei sind Frauen ca.10 x häufiger betroffen. Die Erkrankung beginnt meistens zwischen dem 30. – 50. Lebensjahr. Nach den neuesten Empfehlungen wird folgendes Vorgehen bezüglich TSH bei Kinderwunsch empfohlen (Poppe et al.2020): Bei einem TSH Wert von über 4,2 µlU/ml wird zu einer Behandlung mit Schilddrüsenhormonen geraten. Bei einem TSH-Wert von > 2,5 – 4,2 µlU/ml wird eine Behandlung eigentlich nur empfohlen, wenn Schilddrüsenantikörper (TPO-Antikörper) vorliegen. Wenn keine Antikörper vorliegen und der TSH-Wert unter 4,2 µlU/ml ist, kann auf eine Schilddrüsenhormongabe auch verzichtet werden. Häufig werden dennoch schon in Vorbereitung auf eine Schwangerschaft Schilddrüsenhormone gegeben und der TSH-Wert wird <2,5 µlU/ml eingestellt, Gut zu wissen: Bei allen in Deutschland neugeborenen Kindern wird bereits wenige Tage nach der Geburt der TSH-Wert gemessen, um die Schilddrüsenfunktion zu überprüfen.

Kann Schilddrüse Fehlgeburt verursachen?

Fehlgeburt: Risiko Schilddrüse Stefanie Grutsch Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse, die ohne Symptome verläuft, kann eine Fehlgeburt auslösen. Das zeigte jetzt eine italienische Studie, auf die die Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DG Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse, die ohne Symptome verläuft, kann eine Fehlgeburt auslösen.

Das zeigte jetzt eine italienische Studie, auf die die Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) hinweist. Durch eine Hormonbestimmung wird das Risiko frühzeitig erkannt und kann behandelt werden. Schon vor Beginn einer Schwangerschaft sollte das entsprechende Hormon im Blut gemessen werden, empfehlen die Mediziner der DGE.

Betroffene oft beschwerdefrei und ahnungslos Schwangere mit einer bekannten Unterfunktion der Schilddrüse, einer so genannten Hypothyreose, werden mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) behandelt. Doch bei den meisten Betroffenen ist ein solcher Hormonmangel nicht bekannt.

See also:  Ab Wann Senkt Sich Der Bauch?

Sie sind völlig beschwerdefrei und auch der für die Schilddrüsenunterfunktion typische Kropf ist nicht sichtbar. Die Diagnose ist dann nur durch eine Blutuntersuchung möglich. Die Ärzte bestimmen dabei, wie viel Schilddrüsen-stimulierendes Hormon (TSH) im Blut ist, das die Schilddrüse steuert. Auch bei einer leichten Unterfunktion der Schilddrüse ist der TSH-Wert im Blut erhöht.

Bis vor einigen Jahren galten für Schwangere TSH-Werte von vier bis fünf so genannter Milliunits (mU) pro Liter als normal. Die Untersuchung aus Italien zeigt jetzt an schilddrüsengesunden Frauen, die auch kein entsprechendes Medikament einnahmen, dass bereits bei TSH-Werten über 2,5 mU pro Liter in der Frühschwangerschaft dem Kind Schäden drohen.

Fehlgeburten im ersten Schwangerschaftsdrittel sind demnach fast doppelt so häufig, wenn der TSH-Wert zwischen 2,5 und 5 mU pro Liter liegt, wie bei Frauen mit einem TSH-Wert unter 2,5. Anzeichen erkennen Noch sei unklar, ob ein generelles Screening aller Schwangeren die Zahl der Frühgeburten senkt. Die DGE empfiehlt deshalb, auch beim geringsten Verdacht auf eine Unterfunktion schon zu Schwangerschaftsbeginn, wenn möglich noch vor der Schwangerschaft, den TSH-Wert zu bestimmen.

Ein erhöhtes Risiko haben Frauen, die schon früher an der Schilddrüse erkrankt waren oder eine Strahlentherapie im Halsbereich hinter sich haben. Auch Verwandte mit Schilddrüsenerkrankungen und geringe Vergrößerung der Schilddrüsenregion am Hals seien ein Anlass zu einem Test.

Die klassischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind Müdigkeit, Kältegefühl und Antriebslosigkeit, aber auch Blutarmut und erhöhte Cholesterinwerte treten mitunter auf. Auch Frauen, die an Autoimmunerkrankungen leiden wie 20k57|Typ-1-Diabetes, Rheumatoider Arthritis, oder Multipler Sklerose, sollten die Schilddrüse checken lassen, wenn sie schwanger sind oder werden wollen.

: Fehlgeburt: Risiko Schilddrüse

Welcher TSH-Wert ist kritisch?

Prozedere bei Patienten mit erhöhten Werten und Symptomen – Liegt eine manifeste Hypothyreose vor, so besteht eine Indikation, mit L-Thyroxin zu substituieren. Die Patient:innen sollen das Präparat morgens nüchtern, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück, oder abends vor dem Schlafengehen, mindestens zwei Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme, mit Wasser einnehmen, da Nahrungsmittel, wie z.B. Milch und Milchprodukte, die Aufnahme beeinträchtigen können. Initial sollten gesunde Patient:innen, die jünger als 60 Jahre sind, 1,6 µg/kg Körpergewicht L-Thyroxin erhalten. Hier kann die volle Dosis der Ersatzmedikation sofort gegeben werden. Bei Patient:innen > 60 Jahre, insbesondere mit kardiovaskulären Vorerkrankungen oder Multimorbidität, empfiehlt es sich, mit einer geringen Dosis, z.B.25 μg L-Thyroxin, zu beginnen, um dann im Abstand von sechs Wochen in Schritten von 25 μg L-Thyroxin zu steigern, bis ein euthyreoter Zustand erreicht ist. Hier gilt der Grundsatz: Starte niedrig und steigere langsam, um Nebenwirkungen, wie beispielsweise Angina pectoris oder Herzrhythmusstörungen, zu vermeiden. Da der TSH-Wert nach Initiierung respektive Änderung der Dosis acht bis zwölf Wochen benötigt, um sich auf einen konstanten Wert einzustellen, ist auch hier eine Kontrolle frühestens nach acht Wochen sinnvoll. Nach etablierter Dosis werden regelmäßige Kontrollen nach sechs Monaten, im Verlauf nach zwölf Monaten empfohlen. Bei diesen Kontrollen sollte kritisch geprüft werden, ob die Medikation einen Benefit für die Patient:in bringt. In einer großen Kohortenstudie wurde gezeigt, dass die Gefahr der Übertherapie mit L-Thyroxin gerade bei unseren hochbetagten Patient:innen (älter als 85 Jahre) besteht. ESSENTIALS – Wichtig für die Sprechstunde

Ein TSH-Wert > 4 mU/l gilt als erhöht, zwischen 4 und 10 mU/l spricht man von diskreter Erhöhung. Eine latente Hypothyreose liegt vor bei Werten > 10 mU/l, aber normalem fT4. Bei manifester Hypothyreose sollte substituiert werden.

Autor Dr. med. Armin Wunder

Facharzt für AllgemeinmedizinInstitut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität60590 Frankfurt/MainInteressenkonflikte: Der Autor hat keine deklariert Erschienen in: doctors|today, 2021; 1 (12) Seite 32-33

: Erhöhter TSH-Wert – Was ist jetzt zu tun? • doctors|today

Wie niedrig darf der TSH-Wert in der Schwangerschaft sein?

Der Normalwert für TSH schwankt im ersten Schwangerschaftsdrittel zwischen 0,1 und 4,0 mU/l (2,5 mU/l), danach sollte er unter 4,5 mU/l (3 mU/l) liegen. Als Risikofaktoren für eine Schilddrüsenerkrankung in der Schwangerschaft gelten: Zustand nach Fehl-/Frühgeburt oder Infertilitätsanamnese.

Wie lange dauert es bis die Schilddrüsentabletten wirken?

Was ist bei der Anwendung zu beachten? – Menschen mit bestimmten Krankheiten sollten L-Thyroxin zu Beginn sehr vorsichtig dosieren – in enger Abstimmung mit dem Arzt. Bei ihnen sollten die Schilddrüsenwerte häufig kontrolliert werden. Der Arzt oder die Ärztin wird die Wirkstärke langsam an die ideale Dosis anpassen.

  • Dieses Vorgehen gilt unter anderem für Menschen, die eine koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder eine Epilepsie haben.
  • Ebenfalls, wenn eine Schilddrüsenunterfunktion schon lange besteht oder andere Stoffwechselstörungen vorliegen.
  • Es kann einige Wochen (bis Monate) dauern, bis Arzt und Patient die richtige Wirkstärke von L-Thyroxin gefunden haben.

Welche die passende Dosis ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: unter anderem Körpergewicht, Alter und Vorerkrankungen. Je nachdem, wie hoch oder niedrig der TSH -Wert ist, muss die Wirkmenge weiter individuell eingestellt werden. Wie intensiv L-Thyroxin wirkt, hängt auch von der Zusammensetzung des jeweiligen Präparats ab.

  • Experten raten deshalb vielfach davon ab, zwischen verschiedenen Arzneien zu wechseln.
  • Sollte das dennoch nötig werden: Lassen Sie den TSH-Wert erneut bestimmen! Normalerweise nehmen Patienten das Schilddrüsenhormon morgens ein – mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück.
  • Am besten mit einem Glas Wasser und nicht mit anderen Getränken, wie Kaffee oder Milch.

Denn Lebensmittel können die Aufnahme von L-Thyroxin im Darm herabsetzen. Ob Sie die Tabletten teilen dürfen – oder sogar müssen – sollten Sie mit dem Arzt klären oder in der Apotheke nachfragen. Dort erhalten Sie auch Tipps, wie das Teilen am besten gelingt.

Warum Fehlgeburt bei Schilddrüsenunterfunktion?

Kinderwunsch mit Schilddrüsenüber- oder Schilddrüsenunterfunktion – Sowohl eine Schilddrüsenüberfunktion ( Hyperthyreose ) als auch eine Schilddrüsenunterfunktion ( Hypothyreose ) können die Empfängnis negativ beeinflussen und bewirken, dass das lang ersehnte Wunschkind ausbleibt.

Denn die Schilddrüsenhormone steuern alle wichtigen Vorgänge im Körper, auch die Fruchtbarkeit und Fortpflanzung. Schilddrüsen- und Sexualhormone wie das Östrogen stehen miteinander in einem engen Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig. Geraten die Schilddrüsenhormone aus dem Gleichgewicht, hat dies Auswirkungen auf die Eizellreifung und den Zyklus.

Die betroffenen Frauen werden seltener schwanger. Kommt es trotzdem zur Empfängnis, führt insbesondere eine Schilddrüsenüberfunktion in den ersten Monaten häufig zu einer Fehlgeburt.

Kann man in der Schwangerschaft Schilddrüsentabletten nehmen?

Wie wirken die Schilddrüsenmedikamente auf das Baby? – Schilddrüsenhormontabletten, die man bei Unterfunktion einnimmt, wirken genauso wie das im Körper der Mutter produzierte Schilddrüsenhormon: Das enthaltene Thyroxin (T4) wird ab Beginn der Schwangerschaft über die Plazenta zum Baby transportiert – so lange, bis dieses selbst genug Schilddrüsenhormon produzieren kann. In der Gebärmutter wächst das Baby und wird von der Plazenta mit Nährstoffen versorgt

Wie schnell ändert sich der TSH wert?

Mögliche Unterfunktion der Schilddrüse richtig beurteilen. TSH Erhöhung (also mögliche Unterfunktion) ohne tatsächlich vorliegende Unterfunktion: –

Das Alter : mit dem Lebensalter steigen die TSH Werte nach und nach an. Vermeintlich hohe Laborwerte bei über 60jährigen (TSH 3-4 mU/ml) müssen nicht gleich behandelt werden. Hier sind die Werte der letzten 10-15 Jahre hilfreich für eine weitere Bewertung. Allerdings müssen die Autoantikörper (s. Morbus Hashimoto ) mitbestimmt werden: 25% aller 60 jährigen Frauen weisen positive Autoantikörper (Immunerkrankung der Schilddrüse) auf. Tagesschwankungen des TSH-Wertes: am Morgen ist der TSH Wert am höchsten. Blutabnahme also immer nur morgens, nie nachmittags. TSH steigt häufig nach Absetzen einer medikamentösen Therapie mit Schilddrüsen-Hormon passager. Die Schilddrüse muss sich wieder anpassen und eine Kontrolluntersuchung darf frühestens nach 3 Monaten stattfinden. TSH steigt häufig nach schwerer Krankheit : Erholungsphase beachten. Erst nach 2-3 Monaten wieder Kontrolle des TSH Spiegels zum Beispiel. Bei Kinderwunsch: TSH Werte über 2,5 sollten nicht vorliegen, um Fehlgeburten, Entwicklungsstörungen u.a. in der Schwangerschaft nicht zu fördern. Adipositas, eingeschränkte Nierenfunktion, unbehandelte Nebenniereninsuffizienz, TSH produzierende Hirn-Hypophysen-Tumore können zu TSH Erhöhungen führen und müssen vorher abgeklärt und behandelt werden! Eine Hormon-Ersatztherapie in den Wechseljahren (Peri-, Menopause) kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Die Hormonrezeptoren der Schilddrüse werden hierdurch inaktiver. Eine Schilddrüsenunterfunktion sollte vor einer Hormonersatztherapie abgeklärt werden. Probleme der Laboranalyse (unterschiedliche Labormaschinen- Labor-Assays) können falsch erhöhte TSH Werte herbeiführen: nie einen neuen unklaren Wert glauben, besser nachkontrollieren.

Wie viele Schwangere haben Schilddrüsenunterfunktion?

Etwa 0,4 % aller Schwangeren sind von einer behandlungsbedürftigen Schilddrüsenunterfunktion betroffen. Häufigste Ursache ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die sog. Hashimoto-Thyreoiditis.

Was verschlimmert eine Schilddrüsenunterfunktion?

. und davon die Finger lassen – Verzichten sollte man bei einer Schilddrüsenunterfunktion auf (rohes) Kohlgemüse wie beispielsweise Brokkoli oder Blumenkohl. Dieses Gemüse hat eine goitrogene Wirkung, was heißt, dass es die Jodaufnahme in der Schilddrüse hemmen kann.

Wie hoch ist der TSH-Wert bei einer Unterfunktion?

T3, T4 und TSH – was Ihre Schilddrüsenwerte bedeuten Inhalt dieser Seite

Welche Werte gelten als normal? TSH: Werte-Streit – Schilddrüsenunterfunktion oder nicht? Was bedeuten zu hohe TSH-Werte? Was bedeuten zu niedrige TSH-Werte? Was bedeuten zu niedrige Schilddrüsen-Werte? Was bedeuten zu hohe Schilddrüsen-Werte? Grenzwertige Schilddrüsenwerte – was tun? Krank oder nicht – latente Störungen

Beitrag wurde erstellt von: Sie haben Ihren Schilddrüsenwert beim Arzt kontrollieren lassen? Die Analyse der Werte ist leider nicht ganz einfach und auch Fachleute sind sich nicht immer einig, ab wann wirklich eine Erkrankung vorliegt. Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten zum Thema Schilddrüsenwerte zusammengefasst. Schilddrüse: Für Erwachsene gelten folgende Normwerte:

TSH: 0,3 – 4 mE/l fT3: 2,2 – 4,5 ng/l T3: 60 – 180 ng/dl fT4: 0,7 – 1,6 ng/dl T4: 4,5 – 11,0 μg/dl

Die Werte können je nach verwendeter Analysemethode im Labor unterschiedlich sein. Wie bei allen gilt auch hier: Die Normalwerte richten sich immer nach statistischen Durchschnittswerten. Es gibt jedoch immer Menschen, die zwar innerhalb des Normbereichs liegen, aber dennoch bereits Beschwerden verspüren.

TSH-Wert > 2,5 mE/l: Ihr TSH-Wert liegt bei 3,8 mE/l? Neue Studien sprechen dafür, dass der Normbereich für TSH bereits 2,5 mE/l (anstatt 4 mE/l) nicht übersteigen sollte. Werte über 2,5 mE/l können demnach Hinweis auf eine latente Unterfunktion sein. Viele Ärzte plädieren dafür, Befunde zwischen 2,5 und 4 mE/l nach etwa drei Monaten kontrollieren lassen. Liegen die Werte erneut in diesem Bereich, kann bereits ein frühes Stadium der latenten Unterfunktion vorliegen. TSH-Werte zw.4 und 10 mE/l: Auf der anderen Seite muss nicht jeder Patient mit erhöhten Werten therapiert werden: Fachleute empfehlen bei TSH-Werten zwischen 4 und 10 mE/l nur dann zu behandeln, wenn Symptome vorliegen. TSH-Werte > 10 mE/l sind dagegen eine sichere Indikation für die Gabe von Schilddrüsenhormonen.

Erhöhte TSH-Werte sprechen für eine Schulddrüsen-Unterfunktion. Befinden sich zu wenig (T3 und T4) in unserem Blut, wird vermehrt TSH gebildet, um damit die Schilddrüse zu mehr Arbeit anzutreiben. Zu hohe TSH-Werte können auch eine Folge bestimmter Medikamente (z.B.

Psychopharmaka oder Östrogene) sein. Neue Studien legen nahe, dass der TSH-Wert im Alter natürlicherweise etwas höher ist und daher im oberen Bereich liegen darf. Zu niedrige TSH-Werte geben Hinweis auf eine Schilddrüsen-Überfunktion. Ist unsere Schilddrüse zu aktiv und lässt in unserem Blut zu viel T3 und T4 zirkulieren, wird unsere TSH-Produktion reduziert, damit die Schilddrüse ihre Tätigkeit herunterfährt.

Mögliche andere Ursachen für niedrige TSH-Werte sind Mangelernährung bzw. strenges Fasten und sie treten auch als Nebenwirkung einiger Medikamente (z.B. Glococorticoide) auf. Auch in der Schwangerschaft sind die TSH-Werte natürlicherweise etwas niedriger.

See also:  Ab Wann Liefert Dhl?

Schilddrüse – was sind T3 und T4? T3 und T4 sind unsere Schilddrüsenhormone. Weichen ihre Werte ab, ist das ein erstes Anzeichen für eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse. Bestimmt werden die beiden Werte zusammen mit dem TSH – dem Schilddrüsen-stimulierenden Hormon – in unserem Blut. Ein Teil unserer Schilddrüsenhormone T3 und T4 ist in unserem Blut an Eiweiße gebunden.

Der andere Teil liegt frei und ungebunden vor – als freies T3 und T4, medizinisch abgekürzt als fT3 und fT4. Anhand der freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 lassen sich besonders genaue Aussagen über die Schilddrüsenfunktion treffen. Gemeinsam mit dem weiteren Schilddrüsen-Hormon TSH lassen sich Fehlfunktionen der Schilddrüse erkennen.

T3 und T4 zu niedrig? Zu niedrige Werte von T3 bzw. fT3 sowie T4 bzw. fT4 deuten auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) hin. Das zu wenig an Hormonen lässt unseren Körper und unsere Psyche – wenn wir es mit einem Automotor vergleichen – mit zu geringer Drehzahl laufen. Irgendwann fängt der Motor an zu stottern, verliert seine Spritzigkeit und wird träge.

T3 und T4 zu hoch? Erhöhte Werte von T3 bzw. fT3 sowie T4 bzw. fT4 sind ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Vereinfacht gesprochen wirkt unsere Schilddrüse wie das Gaspedal unseres Stoffwechsels. Das zu viel an Schilddrüsenhormonen lässt Körper und Seele übertourig laufen.

Bei unseren Schilddrüsenwerten sind Schwankungen in Abhängigkeit von Tageszeit und Jahreszeit nicht unüblich. Einzelwerte sind daher selten aussagekräftig. Gerade wenn Ihre Werte im Grenzbereich liegen, kann es ratsam sein eine zweite Meinung einzuholen, evtl. bei einem Facharzt für Hormone, einem Endokrinologen.

Besteht Unklarheit können weitere Schilddrüsenwerte wie die TPO-Antikörper (TPO-AK) bestimmt werden, die dem Arzt ergänzende Hinweise auf eine Hashimoto-Thyreoiditis oder andere geben. Der Nachweis von TSH-R-AK spricht für einen Morbus Basedow als Ursache der Überfunktion.

  • Latent beudeutet, dass die Schilddrüsenwerte T3 und T4 im Normbereich liegen, der TSH-Wert jedoch außerhalb der Referenzwerte.
  • Hormon-Spezialisten diskutieren, ob latente Störungen behandelt werden sollten.
  • Vor allem Diabetiker profitieren anscheinend von einer Behandlung, aber auch bei ungeklärten Beschwerden können testweise niedrig dosierte Schilddrüsenhormone verabreicht werden.

Schilddrüse – so funktioniert das kleine Organ: Unsere gesunde Schilddrüse bildet am Tag 10-50 Mikrogramm T3 und 80-100 Mikrogramm T4. Wann und in welcher Menge die Hormone ausgeschüttet werden, steuert unser Gehirn, genauer die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).

Wie gefährlich ist ein niedriger TSH-wert?

Latente Hyperthyreose – Bei der latenten Hyperthyreose reicht die verstärkte Aktivität der Schilddrüse zwar aus, um die TSH-Produktion zu drosseln, nicht aber, um die peripheren Schilddrüsenhormone ansteigen zu lassen. Welchen Krankheitswert hat ein solcher Befund nun? Man weiß, dass bei Menschen mit erniedrigten TSH-Werten das Risiko für Vorhofflimmern ansteigt.

  1. Außerdem vermindert sich die Knochendichte, was die Rate an Hüftgelenkfrakturen bei älteren Männern und postmenopausalen Frauen um das Drei- bis Vierfache erhöht.
  2. Möglicherweise steigt auch das Demenzrisiko bei latenter Hyperthyreose an, dazu liegen jedoch widersprüchliche Daten vor.
  3. Eine neuere Metaanalyse konnte eine um 24 % erhöhte Mortalität bei latenter Hyperthyreose nachweisen.

Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit von latenter Hyperthyreose zu und bei 1 – 3 % der älteren Patienten entwickelt sich pro Jahr eine manifeste Hyperthyreose. Eine stärkere Progression ist bei jüngeren Patienten sowie bei Patienten mit autonomen Schilddrüsenknoten zu erwarten.

Was kann passieren wenn der TSH-Wert zu hoch ist?

Wie messen Ärztinnen und Ärzte den TSH-Wert? – TSH-Werte werden mit einem Bluttest gemessen. Der Normalbereich variiert und liegt zwischen 0,4 und 4 mu/l (Milli-Units pro Liter Blut) Menschen mit einem hohen TSH-Wert können an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden.

In seltenen Fällen kann dies ein Anzeichen für einen Hypophysentumor sein. Ein niedriger TSH-Wert ist häufig ein Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Eine zweite Möglichkeit ist ein toxisches Adenom, ein seltener, nicht krebsartiger Tumor. Wenn die TSH-Werte zu hoch oder zu niedrig sind, werden in der Regel weitere Tests durchgeführt, z.B.

die Überprüfung der T3- und T4-Werte, bevor die Ärztin oder der Arzt eine Diagnose stellt. Möglicherweise wird auch auf andere Schilddrüsen-Antikörper untersucht, darunter: Schilddrüsenperoxidase-Antikörper (TPO), die ein Anzeichen für die Hashimoto-Krankheit oder Morbus Basedow sein können Thyreoglobulin-Antikörper (Tg), die ein Anzeichen für die Hashimoto-Krankheit sein können TSH-Rezeptor, der ein Anzeichen für Morbus Basedow sein kann

Wie äußern sich schilddrüsenprobleme in der Schwangerschaft?

Über- und Unterfunktion der Schilddrüse bei Schwangeren – Weitere Schilddrüsenfunktionsstörungen in der Schwangerschaft können eine Über- oder Unterfunktion sein. Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion wie Müdigkeit, Muskelschmerzen und verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit können mit Medikamenten gut behandelt werden.

  1. Dazu wird ein Schilddrüsenhormon in Tablettenform verabreicht, das richtig dosiert keine Nebenwirkungen für die Schwangere und ihr ungeborenes Baby hat.
  2. Es ist sogar essentiell wichtig.
  3. Wird eine Schilddrüsenunterfunktion nicht erkannt, kann sie unbehandelt zu schweren Schäden für das Kind, wie geistiger Fehlentwicklung, zu Fehl- oder Frühgeburten führen.

Aber auch eine Überfunktion der Schilddrüse ist während der Schwangerschaft möglich. Neben den typischen Symptomen wie hoher Blutdruck oder Schweißausbrüchen, kann eine unbehandelte Überfunktion bei Frauen zur Einschränkung der Fruchtbarkeit führen. Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten deshalb ihre Schilddrüsenfunktion überprüfen lassen.

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion nach der Schwangerschaft wieder weg?

Fachinformation: Stillen bei Schilddrüsenunterfunktion Schilddrüsenunterfunktionen müssen kein Grund zum Abstillen sein. Dennoch müssen Personen mit Schilddrüsenfunktionsstörung lebenslag überwacht werden. Besonders wichtig ist dies nach der Schwangerschaft und nach der Entbindung, weil die Mengen des Hormons stark schwanken können.

  1. Was zu beachten ist.
  2. Die Krankheit Unterfunktionsfehler der Schilddrüse werden in den meisten Fällen ererbt, aber sie können auch im Laufe des Lebens erworben werden.
  3. Der Mangel des Schilddrüsenhormons Thyroxin ist Schilddrüsenunterfunktion, ganz gleich aus welchem Grund der Mangel entsteht.
  4. Manchmal sind ein Kropf oder Hautveränderungen vorhanden, oft nur Müdigkeit, Regelstörungen oder ein geschwollenes Gesicht.

Thyroxin beeinflusst den gesamten Stoffwechsel, also auch Wachstum und Entwicklung. Unterfunktion in der Schwangerschaft Personen mit Schilddrüsenfunktionsstörungen müssen lebenslang überwacht werden (TSH -Thyroxin stimulierendes Hormon, T3 und T4). Dies gilt auch besonders für Schwangere (einmal pro Trimester) und nach der Geburt, weil die Mengen des Hormons schwanken.

  • Thyroxin muss eingenommen werden, da es sonst zu starken Beeinträchtigungen des gesamten Stoffwechsels kommt.
  • Die meisten Frauen mit Schilddrüsenstörungen haben unauffällige Schwangerschaften und gesunde Kinder! Schilddrüsenerkrankungen sind in der Schwangerschaft nicht gewöhnlich, treten aber danach häufiger auf.

Post partum Thyreoiditis tritt definitionsgemäß innerhalb der ersten 12 Monate nach Geburt auf. Diese Erkrankung kann spontan, meist nach Monaten, wieder besser werden. Bei erkrankten, aber richtig eingestellten Schwangeren – nicht zu viel und nicht zu wenig Thyroxin – ist die normale Entwicklung des Kindes im Mutterleib gesichert.

Auf keinen Fall darf das Medikament in der Schwangerschaft abgesetzt werden, weil das zu körperlichen und geistigen Schäden am Fetus führen kann, Kleinwuchs und geistige Behinderung. Die Schilddrüse des Fetus beginnt erst mit der zwölften Schwangerschaftswoche ihr eigenes Thyroxin zu bilden. Thyroxin ist in der Schwangerschaft nicht schädlich, sondern notwendig.

Es geht nur in sehr kleinen Mengen von der Plazenta ins Kind über. Thyroxin sollte auf leeren Magen, zwei bis drei Stunden im Abstand von Nahrungsergänzungsstoffen wie Vitaminen und Eisen eingenommen werden, da diese die Aufnahme des Hormons stören können.

Die Jodprophylaxe für Schwangere ist wesentlich niedriger dosiert als die Jodeinnahme zur Behandlung oder Diagnose.Nach einer Untersuchung oder Behandlung mit radioaktivem Jod sollte sechs Monate bis zu einer neuen Schwangerschaft gewartet werden. Schilddrüsenunterfunktion des Kindes

Eins von 4.000 bis 5.000 Neugeborenen hat bei der Geburt schon eine eigene Schilddrüsenunterfunktion. Wird die Therapie in den ersten drei Monaten begonnen, entwickeln sich die Kinder normal. Der Test darf nicht vergessen werden. Er wird gewöhnlich beim Neugeborenenscreening gleichzeitig mit dem Stich in die Ferse für den Phenylketonurietest gemacht.

  1. Es ist üblich, alle Neugeborenen auf Schilddrüsenfunktionsstörungen zu testen.
  2. Manchmal ist die Unterfunktion nur vorübergehend.
  3. Jod wird durch Plazenta und Brust übertragen.
  4. Vorübergehende Unterfunktion nach Jodmangel und nach Behandlung der Mutter gegen Überfunktion sind auch möglich.
  5. Inder, die bei leichtem Tyroxinmangel der Mutter geboren werden, gleichen diesen Mangel häufig in ein paar Wochen durch die eigene Schilddrüse aus; es sei denn sie haben selbst einen erblichen Mangel.

Die Schilddrüse kann sogar ganz fehlen. Dann muss das Kind selbst behandelt werden; das Thyroxin der Mutter oder ihrer Behandlung reichen nicht aus. Durch Stillen allein ist der komplette Funktionsausfall der Drüse nicht auszugleichen. Das Wachstum der Säuglinge Schilddrüsenkranker Mütter muss besonders sorgfältig überwacht werden (unter Berücksichtigung der Größe der Eltern), besonders falls die Kinder selbst eine Funktionsstörung haben.

Auch der Säugling sollte in Abständen getestet werden. Schilddrüsenunterfunktion der Mutter und Stillen Thyroxin gelangt auch in die Muttermilch, aber bei Dosierungen in physiologisch normalen Mengen ist es sehr sicher, ein Kind zu stillen. (Auch Flaschennahrung enthält niedrige Thyroxinmengen, so dass im Plasma von muttermilch- und flaschenmilchgefütterten Kindern gleiche Plasma-Schilddrüsenhormon-Mengen gefunden wurden.

Vanwassenaer, A.G. et al., Clinical Endocrinology 5 Band 56 Seiten 621-627, 2002) Die meisten Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion stillen. Die richtige Medikamentenmenge für die Mutter ist dabei sehr wichtig. Bei zu niedriger Dosierung könnte zu wenig Milch vorhanden sein.

Dies ist aber erst nach ein paar Tagen abschätzbar, weil in den ersten Tagen sowieso nur wenig Milch in besonderer Zusammensetzung (das Kolostrum) produziert wird. Steigt die Milchmenge der Mutter nach einigen Wochen nicht an, kann das an einer Unterfunktion ihrer Schilddrüse liegen. Stillen ist mit der Einnahme von Thyroxin uneingeschränkt vereinbar! Es besteht auch keine zeitliche Begrenzung.

So lange erkrankte Mütter stillen, sollten die Hormonspiegel etwa alle drei Monate kontrolliert werden. Die richtige Einstellung durch Medikamente ist wichtig für die Milchbildung. Falls das Kind schlecht zunimmt, könnte das an einer falschen Dosierung liegen.

  1. Eine Untersuchung oder Behandlung mit radioaktivem Jod verträgt sich nicht mit dem Stillen.
  2. Es gibt alternative Untersuchungsmöglichkeiten (Scannen mit Technetium).
  3. Schilddrüsenunterfunktion durch Fehler in der Krankheitsabwehr (Hashimoto-Thyreoiditis) Hashimoto-Thyreoiditis: Die Krankheit wird in Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen gebracht (Pubertät, Menopause).

Jod, Ernährung und Stress spielen eine Rolle. Ein Leistungsknick in der Schule oder Schluckbeschwerden können Anzeichen sein. Jodgaben verschlimmern die Situation. Die Antwort der Krankheitsabwehr des Körpers ist durch Erbanlagen bestimmt. Leider gibt es Fehler in unseren Genen, die bewirken, dass Teile der Abwehr unseren eigenen Körper angreifen.

So kommt es auch in seltenen Fällen vor, dass Antikörper, Abwehrstoffe, gegen die Schilddrüse gebildet werden. Die Thyroxinmenge reicht dann nicht aus. Zur Feststellung der Hashimoto-Thyreoiditis werden Thyreoglobulin- und Thyreoperoxidase-Antikörper bestimmt. Nicht alle Personen mit Antikörpern sind tatsächlich krank.

Hashimoto-Thyreoiditis in Schwangerschaft und Stillzeit: Es besteht ein reger Übergang von Antikörpern durch die Plazenta, weil der Fötus gegen Krankheiten geschützt werden muss. Bildet eine Mutter Antikörper gegen ihre eigene Schilddrüse, so können auch diese Antikörper schon in der Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden.

Neugeborene von Müttern mit dieser Krankheit haben solche Antikörper. Diese haben gewöhnlich jedoch keinen Einfluss auf die Schilddrüse des Kindes. Vorübergehend können diese Säuglinge eine Unterfunktion haben. Die Antikörper der Mutter hemmen die Schilddrüsenfunktion des Kindes, werden jedoch in den ersten Wochen abgebaut, so dass sie verschwinden und sich die Schilddrüse des Kindes normalisiert.

Es ist zu empfehlen die Thyroxinversorgung des Kindes in Abständen überprüfen zu lassen. Auch die Schilddrüsenantikörper in der Muttermilch sollten keinen Schaden anrichten. Kurznotiz: Schilddrüsenüberfunktion (M. Basedow) Auch bei Schilddrüsenüberfunktion ist es möglich zu stillen, weil die Dosierungen der Medikamente so niedrig sind, dass keine Schilddrüsenunterfunktion beim Kind entstehen kann.

  • Es sollte jedoch keine zusätzliche Thyroxinbehandlung erfolgen, um die Mittel gegen die Überfunktion in möglichst niedriger Dosierung zu geben.
  • Auch Thiamazol und Carbimazol können gegeben werden (Spielmann et al.: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit, 7.Auflage 2006, Gustav Fischer Verlag) Literaturhinweise: Hesse, V.: Struma im Kindes- und Jugendalter, pädiat.prax.61, 95-105 (2002) Hans Marseille Verlag, München.P.

Karlson: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) : Fachinformation: Stillen bei Schilddrüsenunterfunktion

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Wer kontrolliert Schilddrüse in Schwangerschaft?

Die Schilddrüse während der Schwangerschaft | Die Techniker Eine Schwangerschaft bringt viele mit sich. Auch Ihre Schilddrüse passt sich dieser neuen Situation an. Schon zu Beginn Ihrer Schwangerschaft steigt der Bedarf an Schilddrüsenhormonen, da Ihr Baby mitversorgt wird.

  • Ab der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ist Ihr Baby in der Lage, Jod über die Plazenta aufzunehmen und selbst Schilddrüsenhormone zu produzieren.
  • Damit Ihre Stoffwechselvorgänge auf Hochtouren laufen können, produziert Ihr Körper bis zu 50 Prozent mehr Schilddrüsenhormone.
  • Dazu benötigt er Jod, fachsprachlich Iod.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfehlen während einer gesunden Schwangerschaft eine tägliche Zufuhr von 230 Mikrogramm Jod. Während der Stillzeit steigt der Bedarf auf 260 Mikrogramm an.

  1. Da Sie in der Regel bereits mit der Nahrung Jod aufnehmen, liegt die empfohlene zusätzliche Jodzufuhr bei 100 bis 150 Mikrogramm pro Tag – diese können Sie über Nahrungsergänzungsmittel decken.
  2. Für den genauen Bedarf kann eine Jodanamnese durchgeführt werden.
  3. Dabei betrachtet Ihre Hebamme, Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt insbesondere Ihre Ernährungsgewohnheiten.

So finden Sie gemeinsam die optimale Dosis für Sie. Jod ist wichtig, damit sich Ihr Kind körperlich und geistig gut entwickeln kann. Nur bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen wie einem aktiven, einer und manchmal bei einer wird von einer zusätzlichen Jodeinnahme abgeraten.

Konzentrationsschwierigkeiten,verminderte Leistungsfähigkeit, depressive Verstimmungen,vermehrtes Schwitzen,erhöhter oder verlangsamter Pulsschlag,Empfindlichkeit gegen Wärme oder Kälte,Durchfall oder Verstopfung,trockene Haut oderbrüchige Haare

können auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse hindeuten. Da diese Beschwerden auch schwangerschaftsbedingt sein können, sollten Sie unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt konsultieren. Denn jede unbehandelte Schilddrüsenstörung kann Ihr Baby und die kindliche Schilddrüse gefährden.

Besonders wenn Sie bereits unter einer Schilddrüsenerkrankung,, einer Autoimmunerkrankung oder Übergewicht leiden, erhöht sich das Risiko, dass während und unmittelbar nach einer Schwangerschaft eine der folgenden Schilddrüsenerkrankungen auftreten kann: Ist bei Ihnen eine Schilddrüsenerkrankung bekannt oder gibt es andere Gründe wie zum Beispiel eine Autoimmunerkrankung, sollte Ihre Schilddrüse um die achte Schwangerschaftswoche in einer Routineuntersuchung von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt kontrolliert werden.

Im Ultraschall wird die Größe des Organs ermittelt. Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenfehlfunktion werden Labortests veranlasst. Anhand Ihrer Blutwerte kann Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt Ihre Schilddrüsenfunktion bewerten. Dabei werden besonders die Schilddrüsenhormone TSH, T3 und T4 analysiert.

Struma: Um einem Kropf vorzubeugen und auch als Therapie kann Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt Jod und niedrig dosierte Schilddrüsenhormone verordnen. Dadurch wird das Wachstum der Schilddrüse gestoppt und sie kann sich nach einer gewissen Zeit auch wieder verkleinern. Wenn Sie die Dosierung beider Medikamente einhalten, ist die Therapie für Ihr Ungeborenes unbedenklich. Schilddrüsenunterfunktion: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen in der Regel Schilddrüsenhormone verschreiben, die für Ihr Kind notwendig sind. Werden Sie bereits wegen einer Unterfunktion behandelt und sind schwanger, kann Ihre Endokrinologin oder Ihr Endokrinologe Ihre bisherige Dosis etwas erhöhen. Schilddrüsenüberfunktion: Auch während Ihrer Schwangerschaft und Stillzeit können bestimmte Schilddrüsenblocker wie die Wirkstoffe Thiamazol oder Carbimazol verordnet werden. Da diese in den Blutkreislauf Ihres Ungeborenen übertreten können, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihre Werte engmaschig kontrollieren. Wichtig: Halten Sie sich exakt an die Verordnung und nehmen Sie keine zusätzlichen Jodpräparate ein.

Wenn Sie bereits vor der Schwangerschaft Schilddrüsenhormone genommen haben, setzen Sie diese niemals eigenmächtig ab. Sprechen Sie mit Ihrer Endokrinologin oder Ihrem Endokrinologen, damit Ihre Hormondosierung bei Bedarf angepasst werden kann. Um einer Schilddrüsenunterfunktion vorzubeugen, können Sie die Hormonproduktion unterstützen, indem Sie Ihre Ernährung anpassen:

Essen Sie mindestens zweimal pro Woche Seefisch wie Seelachs, Kabeljau oder Scholle.Verwenden Sie jodiertes Speisesalz.Trinken Sie regelmäßig Milch.Nehmen Sie Jodpräparate, die auch mit Folsäure kombiniert werden können, nur nach Absprache mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt ein. So können Sie sicherstellen, dass Sie die optimale Menge Jod zuführen.Weitere Informationen finden Sie im Artikel “”.

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Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut. Bundesverband Deutscher Internisten e.V. (BDI): Internisten im Netz: Schwanger mit Schilddrüsenunterfunktion, 18.08.2017.

URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/schilddruesenunterfunktion/schwanger-mit-schilddruesenunterfunktion.html (abgerufen am: 16.06.2022). Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Jod, Folat/Folsäure und Schwangerschaft, 17.12.2021. URL: https://www.bfr.bund.de/cm/350/jod-folat-folsaeure-und-schwangerschaft.pdf (abgerufen am: 16.06.2022).

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Schwangerschaft kann die Schilddrüse überfordern – Hormonexperten raten zum gezielten Funktionscheck, 09.03.2017. URL: https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/schwangerschaft-kann-die-schilddruese-ueberfordern.php (abgerufen am: 17.06.2022).

Ainer, F.; Nolden, A.: Das große Buch zur Schwangerschaft – Umfassender Rat für jede Woche, München, 06.08.2018. Schilddrüsenzentrum Köln: Schilddrüse und Schwangerschaft, o.D. URL: https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruese-und-schwangerschaft/ (abgerufen am: 17.06.2022).

Bundesinstitut für Risikobewertung: Jod, Folat/Folsäure und Schwangerschaft, 19.06.2014. URL: https://www.bfr.bund.de/cm/350/jod-folat-folsaeure-und-schwangerschaft.pdf (abgerufen am: 07.12.2020). Schilddrüsenzentrum Köln: Schilddrüse und Schwangerschaft.

Warum Fehlgeburten bei Hashimoto?

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, die eine chronische Schilddrüsenentzündung verursacht. Unerkannt kann sie bei Frauen dazu führen, dass ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Mit der richtigen Behandlung lässt sich die Erkrankung jedoch gut behandeln und auch der Kinderwunsch kann in Erfüllung gehen.

Bei Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Schilddrüse vom eigenen Immunsystem angegriffen wird und hierdurch chronisch entzündet ist. Auf Dauer führt dies bei den meisten Betroffenen zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Ihren Namen verdankt sie dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der die Erkrankung zu Beginn des 20.

Jahrhunderts beschrieb. „Thyreoiditis” steht hierbei für eine Schilddrüsenentzündung. Weniger geläufige Bezeichnungen für die Erkrankung lauten „lymphozytäre Thyreoiditis” oder „Autoimmunthyreoiditis”. Bei der seltenen hypertrophen Form vergrößert sich die Schilddrüse.

Es kommt zu einem sichtbaren Kropf und Symptomen einer Überfunktion (Hyperthyreose). Meist führt die chronische Schilddrüsenentzündung jedoch dazu, dass nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone in den Körper gelangen. Denn bei der hierzulande verbreiteten atrophen Form schrumpft die Schilddrüse durch die Entzündung.

Es gibt widersprüchliche Aussagen über die Häufigkeit von Hashimoto-Thyreoiditis. Wichtig ist, klinische und subklinische Erscheinungsformen zu unterscheiden. Bei subklinischen Formen geben Antikörper im Blut Hinweise auf die Erkrankung. Es besteht jedoch (noch) keine Schilddrüsenunterfunktion.

Eine zu behandelnde Hypothyreose in Verbindung mit Hashimoto liegt bei geschätzt ein bis zwei Prozent der deutschen Bevölkerung vor. Frauen sind rund doppelt so häufig betroffen wie Männer. Einige Experten gehen davon aus, dass rund zehn bis 15 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens an Hashimoto leiden.

Das Erkrankungsalter liegt meist zwischen 30 und 50 Jahren. Wie bei vielen autoimmunen Erkrankungen sind auch die Ursachen für die Hashimoto-Thyreoiditis nicht hinreichend geklärt. Sicher ist: Es besteht eine erbliche Veranlagung. Hormonelle Umstellungsphasen wie Pubertät und Wechseljahre sowie andauernder Stress können Hashimoto begünstigen.

  • Ommt es zu einer überdurchschnittlich hohen Jodzufuhr, dem sogenannten „Jodexzess”, steigt nachgewiesenermaßen das Risiko für Hashimoto.
  • Dies kann bei einer Kontrastmitteluntersuchung der Fall sein.
  • Ontrovers diskutiert werden verschiedene Umwelteinflüsse und eine zu hohe Jodaufnahme über die Nahrung als weitere Auslöser.

Die Erkrankung trifft häufig im Zusammenhang mit anderen immunologisch bedingten Störungen auf – beispielsweise mit Diabetes Typ I, der „ Weißfleckenkrankheit ” Vitiligo oder Zöliakie, Auch verschiedene Viruserkrankungen treten häufiger im Zusammenhang mit Hashimoto auf.

Interessant für Frauen mit Kinderwunsch ist, dass Hashimoto überdurchschnittlich häufig mit dem Polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS) einhergeht – einem weiteren Faktor, der eine Schwangerschaft erschweren kann. Weitere Informationen zum Polyzystischen-Ovar-Syndrom (PCOS) Bei einer Hashimoto-Erkrankung können sich Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion wie Reizbarkeit, Nervosität, Heißhunger schleichend einstellen, wieder abklingen und in Symptome einer Unterfunktion der Schilddrüse übergehen.

Mögliche Symptome bei Hashimoto-Thyreoiditis mit Schilddrüsenunterfunktion:

KälteempfindlichkeitMüdigkeit, Apathie, AntriebslosigkeitGedächtnisstörungenblasse, trockene HautWasseransammlungen (Ödeme)Haarausfall, brüchige NägelVerstopfungdepressive VerstimmungenGewichtszunahmebei fortgeschrittener Schilddrüsenunterfunktion: niedriger Puls, erhöhter diastolischer Blutdruck, Herzmuskelschwäche, Herzbeutelerguss

Sowohl eine Schilddrüsenunter – als auch eine Überfunktion können mit einer eingeschränkten Fruchtbarkeit einhergehen. Da viele Betroffene die Symptome nicht zuordnen können oder sie auf äußere Faktoren wie einen stressigen Alltag zurückführen, wird die Erkrankung häufig erst spät erkannt.

  1. Die Schilddrüse gilt als gynäkologisches Schlüsselorgan, weswegen Hashimoto-Thyreoiditis einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit nehmen kann.
  2. Die Erkrankung macht nicht per se unfruchtbar.
  3. Allerdings senkt sie je nach Verlaufsform die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer Schwangerschaft beträchtlich.

Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse können dazu führen, dass eine Frau trotz regelmäßigen Geschlechtsverkehrs zum Zeitpunkt des Eisprungs nicht schwanger wird. Denn die Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem die Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen.

Hashimoto kann dazu führen, dass der Zyklus unregelmäßig ist oder erst gar kein Eisprung stattfindet. Hinzu kommt bei Hashimoto ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Erster Ansprechpartner für den Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung können der Hausarzt oder bei unerfülltem Kinderwunsch der Gynäkologe sein.

In der Regel steht ein Blutbild am Anfang der Diagnose. Bei einem bestehenden Kinderwunsch können hier weitere Faktoren wie Anti-Müller-Hormon-Status, FSH oder Progesteron bestimmt werden. Treten im Blutbild Auffälligkeiten auf, die auf eine Schilddrüsenstörung hinweisen, kann der Gynäkologe an einen Endokrinologen überweisen.

Wie schwer ist es mit Schilddrüsenunterfunktion schwanger zu werden?

Eine gesunde Schilddrüsenfunktion ist wichtig für die Fruchtbarkeit – Die Schilddrüse beeinflusst viele wichtige Körperfunktionen wie den Stoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung. Auch für die Fruchtbarkeit ist eine gesunde Schilddrüsenfunktion wichtig.

  • Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion können die Fruchtbarkeit stark beeinträchtigen.
  • Schätzungsweise leiden zehn Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch unter einer Funktionsstörung der Schilddrüse.
  • In den meisten Fällen ist dann eine Schilddrüsenunterfunktion die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch.4 Bereits eine Hypothyreose ohne Symptome, latente Schilddrüsenunterfunktion, kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken.4 Denn die Hormone T3 und T4 der Schilddrüse beeinflussen die Sexualhormone.5 Sie haben Auswirkung auf die Bildung von Östrogen, Progesteron sowie Testosteron.6 T4 hat Einfluss auf die Reifung der weiblichen Eizellen und T3 unterstützt beim Eisprung der reifen Eizelle, ohne den eine Schwangerschaft nicht entstehen kann.5 Besteht eine Hypothyreose, kann bei betroffenen Frauen die monatliche Blutung seltener auftreten oder sogar ganz ausbleiben.7 Es kann auch zum Ausbleiben eines Eisprungs kommen.

Das erschwert Betroffenen, schwanger zu werden. Auch bei der Befruchtung spielen Schilddrüsenhormone eine wichtige Rolle. Sie unterstützen viele Prozesse, die das Verschmelzen von weiblicher Eizelle mit männlichem Spermium, dem Beginn einer Schwangerschaft, erleichtern.

Vor allem bei einer künstlichen Befruchtung ist eine ausreichende Versorgung mit Schilddrüsenhormonen von Bedeutung.9,10 Sollte es trotz einer Schilddrüsenunterfunktion zu einer Schwangerschaft kommen, ist das Risiko für Fehlgeburten und Fehlbildungen des Kindes erhöht.4 Ab wann gilt ein Paar überhaupt als ungewollt kinderlos?⁴ Wenn die Frau unter 35 Jahre alt ist, das Paar es ein Jahr lang ohne Verhütung versucht und dennoch keine Schwangerschaft eintritt.

Wenn die Frau über 35 Jahre alt ist, gilt das Paar bereits nach sechs Monaten verhütungsfreien, erfolglosen Versuchen als ungewollt kinderlos. Oder wenn Schwangerschaften eintreten, es aber wiederholt zu Fehlgeburten kommt.

Kann man mit Unterfunktion schwanger werden?

Können Schilddrüsenfehlfunktionen unfruchtbar machen? – Ja. Sowohl bei einer Überfunktion ( Hyperthyreose ), als auch bei einer Unterfunktion ( Hypothyreose ) der Schilddrüse kann es zur Einschränkung der Fruchtbarkeit von Frauen und von Männern kommen.

Kann man mit L-Thyroxin schwanger werden?

Therapie – Handelt es sich um eine Schilddrüsenunterfunktion, wird dein Arzt eine Substitutionstherapie einleiten: Der Mangel an Schilddrüsenhormonen wird durch die tägliche Einnahme von Hormontabletten, z.B. L-Thyroxin, ausgeglichen. Bei ausreichender Zufuhr können dann auch Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion schwanger werden.

Allerdings muss die richtige Dosierung regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden. Die übermäßige Produktion von Schilddrüsenhormonen kann mit sogenannten Thyreostatika vermindert werden. Hierfür gibt es verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. In der Regel gelingt eine erfolgreiche Einstellung der Schilddrüsenfunktion, so dass die Schilddrüse dann keinen negativen Einfluss mehr auf den Schwangerschaftswunsch hat.

Übrigens: Auch bei Männern zählen verringerte sexuelle Libido und Impotenz zu den möglichen Folgen einer Schilddrüsenunterfunktion. Kinderwunsch-Probleme lassen sich dann auch beim Mann oft durch eine Substitution des Hormonmangels lösen.